Dezember 2009

 

 

Russia ( Luis )

 

 

Rússia ist auch eins unserer “Sorgenkinder”. Er ist sehr ängstlich und lässt sich nicht anfassen. Spaziergänge an der Leine und ähnliches sind momentan unmöglich und alles was man als “normal” bezeichnet, ist bei Rússia noch sehr weit entfernt.
Die erste Zeit bei uns im Tierheim hat er sich immer in der letzten Ecke versteckt und ist nur zum Fressen raus gekommen, wenn keiner mehr zu sehen war. Mit anderen Hunden hat er keine Probleme, aber um Vertrauen zu einem Menschen aufzubauen, wird Rússia noch sehr lange brauchen.
Rússia wäre gut an einem Ort aufgehoben, wo schon andere Hunde leben, wo er mitlaufen kann und viel Zeit hat, sich den Menschen zu nähern. Es wird kein leichter Weg sein, aber unmöglich ist es auch nicht. Wir hoffen, dass Rússia eine Chance bekommt, und sich die geeigneten Leute für ihn finden.

Etwa geboren: 2006
Schulterhöhe: ca 50 cm

 

 

 

 

 

 Russia hätte auch beinahe ein Zuhause gehabt aber

19.10.2009

 

habe meine bekannte eben erreicht und nochmal gefragt
ob sie russia noch möchte.
sie ist sehr angagiert im tierschutz und hat auch im
mom 8 hunde. sie kann ihn im mom nicht nehmen da ihr
mal wieder 2 völlig verstörte hunde gebracht wurden
und
sie damit voll und ganz ausgelastet ist.
es tut ihr wahnsinnig leid aber russia noch dazu geht
nicht.
zudem ist ihr vater gestorben so das sie sich auch
sehr
um ihre mutter kümmern muß.
tut mir so leid für den kleinen
glg

 

ein Schritt vor

drei zurück

aber nur um wieder Anlauf zu nehmen .....

wir geben nicht auf  !!!

 

 

 

19.11.2009

 

Sigune trainiert Russia. Wenn alles klappt sollte er nächste Transport
gehen, aber da ich das schon kenne , bis den Hund nicht im Auto sitzt
für mich ist nicht adoptiert...
Russia hatte schon diese Sommer eine
Interessentin in Deutschland die immer seine Anreise verschoben hat bis
sie irgendwann sich gar nicht mehr gemeldet hat...

 

 

 

 

2 .12. 2009

 

Gerade bekam ich offiziell Bescheid

Russia ist adoptiert von Silke H. aus Damme

und geht um den 12ten rum nach Deutschland !!!

 

 

9.12.2009

 

Mail von seinem aufgeregtem neuen Zuhause :

Es scheint von Tag zu Tag besser zu werden mit dem
Stiesel. Wir haben schon alles vorbereitet, damit wir
den Stiesel in Essen schnell in Empfang nehmen können.
Der Vertrag ist dann schon fertig, damit der nicht so
lang warten brauch. Sigune befürchtet, dass ihn das
sonst vielleicht zu sehr aufregt. Für ihn als
Schisshase ist der Transport in der Box wahrscheinlich
schon heftig....
Hier ist alles bereit. Spezielles Schlaufenhalsband aus
Leder, Kuschelkörbchen, Versteckecke unter dem
Schreibtisch...Leckerchenvorrat aufgestockt ;-)
Wie sich das gehört, wenn man sein Findelkind erwartet
;-)

Frag uns mal, wie gespannt wir sind.... kann schon kaum
mehr schlafen....

 

 

genau so solls sein !!!

Da macht Tiere retten wieder Spass !!!

 

13.12.2009

der erste Bericht von seinem ZUHAUSE !!!!

 Russia ist gestern bei uns eingezogen. Und was soll ich
sagen? Wir sind total begeistert. Haben ja mit allem
gerechnet. Schließlich war allein der Transport nach
Deutschland für den Armen ja Stress pur,davor die
Untersuchung in Spanien, die vielen Leute bei der
Abholung und das heillose Durcheinander dort und dann
noch die Fahrt im Auto zurück..... Aber nein, der Gute
macht einen Fortschritt nach dem anderen. Und dabei ist
er grade mal einen Tag bei uns. Gassigehen klappt schon
ganz prima (vielen vielen Dank an Sigune). Er rennt
kaum mehr "wie ein Pony an der Longe, wenn man
stehen bleibt", sondern macht eine Runde, bleibt
stehen und schaut einfach, was als nächstes passiert.
So ein Schnickschnack, wie ein gemütliches Körbchen mag
er nicht. Er hat sich die Küchenfliesen als Schlafplatz
ausgesucht. Ein großes Kissen wurde aber nach etwas
mistrauischen Blicken für gut befunden und
probegeschlafen.
Langsam taut er auch schon etwas auf. Leckerchen steht
er nicht wirklich drauf - Fleischwurst ist viiieeel
besser;-)
Wir brauchen auch nicht mehr auf Abstand gehen, damit
er sie nimmt. Hand wegnehmen reicht schon und schwub,
weg ist sie ;-)
Wenn gekocht wird, findet Russia das sehr interessant.
Den deutlich in den Augen geschrieben Wunsch nach
Spätzle mit Gulasch und die zögernd folgenden Schritte
dem Teller hinterher habe ich gestern jedoch zu seinem
Bedauern ignoriert - zuviel Durcheinander muss auch
nicht gleich sein.
Mit Terriermix Wotan kommt er einfach super klar. Wotan
wundert sich wahrscheinlich, was wir im da für
'nen komischen Gesellen ins Haus geholt haben, ist
aber freundlich zu Russia. Draussen fängt Russia
bereits an, sich an Wotan zu orientieren und man merkt,
dass er sicherer ist, wenn Wotan voranläuft. Wenn Woti
gestreichelt wird, guckt Russia oft ganz interessiert
zu und scheint sich zu fragen, wie das wohl sein kann,
dass man als Hund gestreichelt wird und das auch noch
genießt.... ich denke, sein feindliches Menschenbild
hat durch die Arbeit von Sigune schon einen Knacks
bekommen und er öffnet sich ganz langsam, um den
Zweibeinern vielleicht doch noch eine Chance zu geben.
Alle paar Stunden kommt ein neuer Schritt nach vorn.
Heute mittag steht er auf einmal auf und geht zur
Haustür. Ich mit ihm raus...und Bingo, die Leckerchen
wollten raus. Das gehen durch Türen wird von Mal zu Mal
besser. Er zögert zwar noch, aber ein gutes Wort reicht
aus und er geht von sich aus durch.
Wenn ich in der Küche hantiere, bleibt er auf seinem
Kissen und guckt einfach zu anstatt, sich wie gestern
abend noch unter den Tisch zurückzuziehen.
Es ist nicht zu glauben, wie schnell er bis jetzt
dazulernt und Fortschritte macht, wenn man bedenkt,
dass das Positivste, was er bis jetzt erleben durfte,
das Tierheim in Apan war.
Wir sind froh, dass wir den Schritt gewagt haben, uns
die Aufgabe namens Russia ins Haus geholt zu haben und
optimistisch, dass er es schafft, ein
"normaler" Hund zu werden. Zeit dafür werden
wir ihm geben, so viel er mag. Denn Abgeben könnten wir
das eingeschüchterte Fellknäuel mit den großen
Kulleraugen bereits jetzt nicht mehr!

 

 soooooo schön , Dankeeeeeeeee

Euch eine tolle, spannende und lange gemeinsame Zeit

 

 

22.12.2009

 

Russia heisst jetzt Luis

und hat mit bekommen das er ZUHAUSE ist !!!

So genial und so schnell

Hut ab liebe Silke  !!!!

 

 

3.01.2010

Luis gehts klasse. Der taut langsam richtig auf. Kommt
sogar meistens schon, wenn ich ihn rufe! Und seit
gestern folgt er uns eigentlich immer, wenn wir das
zimmer länger verlassen - alleine findet er langsam
doch doof;-) Bei Fremden oder Bekannten wird es ganz
langsam besser, aber wenn wir unter uns sind, dann
dreht der schon richtig auf und schmust und spielt. Am
liebsten schmeist er seinen Knochen durch Zimmer und
jagt ihm dann hinterher. Schnee findet er auch ganz
klasse. Sonst zieht er an der Leine ja kaum, aber
seitdem hier so viel Schnee liegt, machen Wotan und er
einen auf "Schneepflug" und stürmen voran,
was die Leine hergibt. War gestern Morgen zu Fuss mit
Luis im Dorf. Die ganzen Autos Menschen und Hunde
irritieren ihn schon noch sehr. Aber mit jedem Meter
wurde es besser. Mittlerweile bin ich echt
optimistisch, dass aus dem Schisshasen mit genug Zeit
und Geduld noch ein ganz normaler Hund werden kann!
Und so verfressen wie er ist, kann man mit Leckerchen
bei ihm viel erreichen. Das Futter, was wird grad
geholt haben (großer Sack aus dem Lidl) findet er zwar
nicht so doll und räumt das erstmal aus dem Napf um an
das Alnutra zu kommen, aber alles was Leckerchen sein
könnte, wird nicht aus den Augen gelassen. Kekse oder
irgendwas auf dem niedrigen Stubentisch stehenlassen -
Fehlanzeige! Davon findet man dann nur noch Krümel auf
dem Sofa;-). Langsam kommt immer mehr zutage, dasss er
doch noch ein junger Hund ist, der noch so viel zu
lernen und zu entdecken hat...irgendwie ist er wie ein
ausgewachsener Welpe;-)
Macht einfach einen mordsmäßigen Spass, jeden Tag was
neues zu sehen, was er gelernt hat oder was er sich
traut.

 

 

13.01.2010

So, mal wieder ein Update aus dem Reich von King Luis.

Das Königreich ist im Zerfall. Der Bettler, der zum König wurde, muss sein Zepter jetzt endgültig abgeben, sonst fängt es an, auszuarten.

Die letzten Tage gabs mal wieder nen Schub nach vorn. Wenn wir unter uns sind, merkt man Luis jetzt garnicht mehr an, dass er ein "Angsthund" ist. Hab schon überlegt, ob ich ihm mal den Adoptionsvertrag vor die Nase halte, damit er sich dran erinnert und nicht immer versucht, von allem Essbaren mit allen möglichen Tricks was zu ergattern ;-)
Was Fressen angeht, müssen wir jetzt eine deutliche Linie fahren, sonst schiebt der einen vom Teller weg oder sitzt auf dem Schoß, wenns was zu Essen gibt. Das Wort "Nein" ist für ihn jetzt ein fester Begriff - auch wenn er diesen garnicht mag und dann versucht, mit seinen Kulleraugen Mitleid zu erhaschen. Das hat er mittlerweile schon sowas von drauf. einmal "Nein" sagen und sofort wird von zudringlich auf "armer armer Hund" umgestellt ;-)

Ansonsten wird Luis zum Mama-Hund. Er schmust und tut zwar genauso gerne mit Bernd, aber wenn machbar, alles in meiner Nähe. Wechsel ich das Sofa, wechselt er auch - gehe ich aus dem Raum, kommt er erstmal hinterher. Am liebsten hat er zwar sein ganzes Rudel um sich, aber wenn er entscheiden muss, bekomme ich den Vorzug.
Und wehe, wenn unser "Angsthund" merkt, dass ich Wotan grade mal mehr Aufmerksamkeit schenke als ihm...dann wird sich prompt dazwischengedrängelt.
Gut, dass Woti mehr auf Bernd fixiert ist, so hat dann jeder "seinen Hund" ;-)
Schon Wahnsinn, was sich unser Fellknäuel langsam alles traut. Er lässt sich auch von Wotan lange nicht mehr alles gefallen und knurrt sogar schonmal, wenn der Zwerg wieder im "Ballwahn" gegen ihn rennt. Und Wotan nimmt ihn jetzt auch ernst und ist vorsichtiger. Das hat die Beziehung zwischen beiden aber irgendwie enger gemacht. Wotan achtet jetzt auch darauf, was Luis macht und vorgestern haben die beiden das erste Mal so richtig miteinander fangen gespielt (quer durch die Wohnung versteht sich^^). Das ist für Wotan eigentlich total untypisch. Eigentlich ist er immer "Chef" wo er auch auftaucht und geht dann einfach seiner Wege, so ganz nach dem Motto "so lange du mir nicht in die Quere kommst, kannste machen, was du willst. Aber ich zieh mein Ding durch"
Ich hab ganz schön blöd geguckt, als die sich abwechselnd durch die Gegend gejagt haben. Man soll also nie nie sagen - auch ein zehn Jahre alter Terrier, kann mal über sich hinauswachsen;-)

Ansonsten zeig Luis immer mehr, dass wir jetzt sein Rudel und unser Zuhause auch sein Zuhause geworden ist.
Heute Morgen zum Beispiel sieht er im Fenster das Spiegelbild von Bernd im Türrahmen. Das war ihm nicht ganz geheuer. Und anstatt die Sache misstrauisch aus meiner Deckung heraus zu beobachten, steht er auf, geht darauf zu, knurrt und bellt dreimal, bis er geschnallt hat, dass da nix besonderes ist. Wotan war im ersten Moment genauso platt wie ich, dass sein Kumpel auch so bestimmend auftreten kann, stand ihm dann aber sofort zur Seite und hat mitgeknurrt.
Da es nicht übermäßig war, haben wir sie auch gelassen. War ja auch schön zu sehen, dass Luis sich nicht immer versteckt und in Deckung geht,wenn etwas neues von aussen kommt, sondern auch bereit ist, für sein Rudel und sein Heim ein Risiko einzugehen. Wir bedeuten ihm also schon was ;-)

 

 

 

 

 

28.01.2010

Unser Luis wird langsam zum richtigen Spielkind. Abends wird immer mal ein kurzes Fangen-Spiel mit Wotan eingelegt. Wer da wen grad jagd, wissen oft nur die beiden. Aber auch mit Bernd und mir spielt er gern.Kurz auf die Pfoten tippen (da ist er kitzelig) oder ihn anpusten reicht und es wird wild gehopst, in die Luft geschnappt und auf dem Sofa rumgewälzt. Am besten grunzend wie ein kleines Schweinchen;-) Überhaupt hat Luis mittlerweile ein beachtliches Vokabular dafür, dass er am Anfang keinen Pieps rausbekommen hat. Es geht über wohliges Grunzen beim Kraulen, über klares, kurzes "Wuff", wenn er mal wieder ein Ungeheuer hört oder sieht, kurzes aber deutliches Knurren, wenn es Wotan mal wieder nicht so eng mit Luis' Strafraum nimmt bis hin zum mitleiderregenden Winseln, wenn er mal wieder meint, zuwenig beachtet zu werden oder uns zur Schmusestunde ins Bett locken will ;-) Achja... Schnarchen kann er auch^^

Ansonsten döst er tagsüber am Liebsten im Bett. Kopfkissen hält er für eine prima Erfindung. Höflich wie er ist, teilt er meines sogar abends mit mir... Überhaupt hat Luis so seine kleinen Eigenheiten... Leine anlegen geht zum Beispiel nur auf dem Sofa oder dem Bett. Von den beiden "Flugpunkten" dürfen die Gassirunden gestartet werden. Woanders wäre ja doof. Auf Lauerstellung nach Leckerchen ist er zu jeder Zeit. Wenn sich jemand richtung Küche bewegt, wird er sofort verfolgt und beobachtet - nicht das ihm ein Häppchen entgeht. Die Küche selber betritt er alledings nicht mehr. Obwohl es damals sein erster Rückzugsort war, will er davon nichts mehr wissen. Er guckt zwar neugierig rein, weil die Leckerchen da ja in ner Schublade sind und es da sonst auch lecker riecht, aber an der Schwelle ist Schluss. Ob ihn das an die Zeit erinnert, wo er noch einsam war und Angst hatte? Naja... auch das wird er schon noch vergessen.

 

Wotan auf , SPIELEN

 

und was sagt die Küche heute ???

 

 

 

 11.02.2010

Wäre Luis ein Mensch, würde ich mir ernsthaft Sorgen machen müssen. Dann würde er auf die rote Couch gehören. Er ist definitiv eine gespaltene Persönlichkeit.
Bei fremden Leuten immer noch kaum Fortschritte zu verzeichnen. Da ist er stur und hält von denen ja mal garnichts.
Zuhause unter uns... mittlerweile ein verfressenes Schmusemonster, der sich fast jeden Tag neue Lümmeleien ausdenkt.
Alles Essbare wo er ran könnte darf unter keinen Umständen unbeaufsichtigt gelassen werden, sonst "zaubert" Luis das weg. Denn so schnell und lautlos wie das geht - dagegen sind Sigfried und Roy nen Witz.
Überhaupt ist an "Luise" (Spitzname, wenn er mal wieder Schiss bekommt) ein kleiner Schausteller verloren gegangen.
Er weiss ganz genau, was er darf und was nicht - was er einhält, entscheidert er allerdings spontan. Ich sitz zum Beispiel am Pc und er gräbt mal wieder den Napf komplett um, da ihm bestimmt wieder jemand was schöneres als das blöde Trockenfutter unter diesem versteckt hat. Ich: "Luis, NEIN!" Sofort schuldbewusster Blick der Marke "aber du hast mich doch noch lieb oder?" Ich sammel das Trockenfutter auf einem Umkreis von 1m rund um den Napf wieder ein, streichel dem Lümmel über den Rücken und sag nochmal "musste aber nicht machen" und geh ins Bad. Als ich wieder raus komm, ist der Napf zur Hälfte leer, der Radius der Hundefutterstreu hat sich erheblich vergrößert und auf meinen vorwurfsvollen Blick ernte ich nen dicken Rülpser...
Trockenfutter muss eh ein tolles Hundespielzeug sein. Damit kann Luis spielen und sich selber gleich anschließend belohnen. Entweder er schnappt sich was und wirft es in hohen Bogen durchs Wohnzimmer um ihm hinterherzujagen und es krümelnd zu zerbeissen, oder er deponiert es mitten auf dem Teppich und verlässt erst einmal den Raum um zwei Minuten später vom Bett aus quer durch die Wohnung einen Blitzangriff zu starten und das hinterlistige Trockenfutter erst anzubellen und dann zu eliminieren. Natürlich auch wieder krümelnderweise^^
Barfußlaufen erinnert mich langsam wieder an meine Kindheit...ir kennt doch noch das Gefühl wenn man auf Legosteine tritt, oder? Naja, es sind kleine Hundefutterlegos...dafür nach einer Mahlzeit mehr, als ich als Kind je hatte...

Aber das verblüffenste.... die Erkenntnis....Luis ist ein Einbrecher!
Er weigert sich weiter, offen die Küche zu betreten. Wenn er aber meint, das es keiner mitbekommt, schleicht er sich zur Tür, sieht sich verstohlen um, drückt die Tür auf und schwups- drin steht er. Ist die Tür ins Schloss gefallen, wird nach guter alter Panzerknackermanier wild dran herumgekratzt und gebellt. Blöde nur, dass das dann immer wer mitbekommt und er die Flucht antreten muss, ehe sein Einbruch erfolgreich verlaufen konnte.

Langweilig wirds mit unserem "Angsthund" auf jeden Fall nicht. Bei dem Wort Angsthund, könnte ich grad fast nen Lachkrampf bekommen.... wenn jemand den morgens sehen würde, wie der auf Bernd herumspringt, um Wotan zu helfen, das Herrchen wachzubekommen, würde die Beschreibung von sigune damals glatt als Lüge abtun...

 

 

3.03.2010

 

Ich kanns manchmal immer noch nicht glauben. Mittlerweile die reinste Schmusebacke. Neueste Marotte ist Küsschen geben. Heute morgen auch wieder. Ich will meinem Schatz nen Guten Morgen Kuss geben und was ist - wir kriegen statt dessen kalte feuchte Hundenase ist Gesicht....so ein Vogel ;-)


    

 


Gestern hatte unser kleiner Eisbär einen aufregenden Tag. Die Klempner waren ja da, weil unser Abfluss verstopft ist. Natürlich laufen dann drei fremde Leute durch die ganze Wohnung. Bad, Küche, WC, Keller, raus.... immer hin und her. Trotz das wir denen eingeschärft haben, die Haustür immer zu zumachen, stand sie auf einmal auf. Bernd ist durch die Bude geflitzt und hat voll den Schreck bekommen, weil er Luis nirgends gefunden hat. Dachte schon, dass der in Panik vor den Fremden raus und auf nimmerwiedersehen verschwunden ist. Aber unser Schmusemonster saß zitternd in einer Ecke vorm Schlafzimmerbalkon. Hat er sich wohl hinverkrümelt, als ein Handwerker durchs Schlafzimmer zum Bad ist. Hat sich dann ganz dicht an Bernd gedrückt, als er ihn wieder reingetragen hat und ist ihm nicht mehr von der Seite.
Bei solchen Dingen wird einem immer wieder bewusst, wie groß seine Fortschritte bei uns schon sind. Als er kam, hatte er ja noch genauso Angst vor uns. Und jetzt kanns ihm nicht nah genug sein...;-)

 

 

 

10.03.2010

 Die Fortschritte sind klein, aber stetig. Langsam nabelt er sich von seinen "Flugpunkten" ab und anleinen geht auch schon mitten im Raum. Wenn ich von der Arbeit komm, freut er sich immer noch nen Ast;-). Springt wie ein Gummiball vor mir her und ist ganz heiss drauf, endlich gestreichelt zu werden. Küsschen gibts von ihm jetzt auch immer;-)
Die abendlichen tobe-Einlagen weiten sich mehr und mehr aus. Wenn Wotan nicht will, schnappt er sich einfach das nächstbeste Opfer (Hausschuhe, Socken, das Hundehandtuch...) wirft es durch die Gegend, würgt es, wälzt es zu Tode und läst ihm alle Grausamkeiten angedeihen, die ihm nur einfallen;-) Seltsamerweise ist bisher bis auf eine Strumpfhose von mir, die er ergaunert hat, noch nichts kaputtgegangen.
Verfressen ist der Lümmel wie eh und je... wenn mal wieder Hähncheninnereien für die beiden abgekocht werden, ist er nen halben Tag voll aus dem Häuschen... der Geruch vom Abkochen allein und der springt voller Vorfreude durch die Gegend wie ein Kind an Heiligabend;-)
Wotis Leibspeise (Krabben) teilt er jedoch überhaupt nicht. Da rümpft er nur die Nase. Die, die er in Spanien ergaunern konnte, waren wohl nicht so doll *zwinker*

Und wenns ums Fressen geht, kennt er auch keine Hemmungen. Heute morgen war der komplette Napf ausgeräumt. Bernd hatte aus Versehen das leckere Futter nach unten geschüttet und nicht obenauf. Also musste Babybär das andere erstmal entfernen. Hat er sehr gründlich gemacht - im hohen Bogen raus damit. Und dann morgens seelig auf seiner Decke liegen und sich wundern, dass ich Fluche wie ein Rohrspatz, wenn ich mal wieder mit blossen Füssen auf die Brocken trete... fehlt nur noch, dass er mit den Schultern zuckt und mir verkündet: "Tja, ohne Hausschuh wär das nicht passiert"

 

15.03.2010

 

Wir haben es gewagt!

Freitag sind wir nochmal hoch zum Sportplatz. Und irgendwie sind dann Pferde mit uns durch.... haben den Zaun grob geflickt und haben ihn von der Leine gelassen.
Er war völlig verdattert, hat sich noch zweimal umgeguckt und ist dann losgerast wie von der Tarantel gestochen. Wahnsinn, was der für Geschindigkeiten erreicht...
Hat sich dann nen paar Runden ausgetobt und sich dann völlig k.o. in den Schnee gelegt. Bernd ist dann zu ihm hin und konnte ihn so streicheln. Dann ist Bernd zu mir gekommen und Luis ist von sich aus ganz brav neben ihm hergelaufen und hat sich von mir ohne die geringsten Probleme, so wieder anleinen lassen.
Gestern haben wir das Spiel nochmal wiederholt und alles war genauso easy.
:-) :-) :-) :-) :-)

 

25.03.2010

 

Luis soll ja jetzt langsam lernen, ohne Leine klarzukommen und nicht abzuhauen.

gestern Abend geht Bernd zum Auto und läst den Stiesel mitlaufen (ca 8 meter) Luis geht ohne zögern mit hin und wieder zurück, läuft kurz rein, dann wieder raus und richtung Radweg. Bei uns die dicke Panik "Scheisse, jetzt haut der ab!"
Ich also Woti reingepfiffen und wollte losrennen, um den zu suchen. Da steht die Nase unter der Strassenlaterne und guckt uns vorwurfsvoll an. "Ey Leute... wo bleibt ihr? Gehen wir nicht Gassi?"
Wir ihn gerufen, er makiert die Laterne in aller Selenruhe und saust auf mich zu. Da ich mich grad hingehockt hatte um ihn zu locken, bekomm ich nen Schmatzer auf die Wange und er springt vergnügt an mir vorbei ins Haus und postiert sich ganz selbstverständlich vor der Küchentür. Denn schließlich gibts nach dem Gassigehen ja Leckerchen...

Das gabs dann auch nachdem mein Puls wieder annähernd normal war^^

 

 

 

5.4.2010

 

Und wieder eine Erfolgsmeldung.

Luis darf jetzt ohne Leine raus! Die Woche vor Ostern haben wir immer mal probiert , am Karfreitag haben wir uns dann den geanzen Nachmittag im Garten aufgehalten und Luis frei mitlaufen lassen und es dann ganz Ostern dabei belassen beim rausgehen - raus Pipimachen geht jetzt allein ;-)
Mittlerweile düse ich auch nicht mehr hinterher in wilder Panik^^
Man kann ganz gemütlich die Tür aufmachen und Luis und Woti tippeln in ihr Privatwäldchen, markieren, schnüffeln rum und wenn man ruft, kommen sie beide wieder rein. Wo es natürlich sofort dickes Lob und Leckerchen gibt!
Jetzt bin ich echt verdammt stolz auf Luis.... dass das klappt hätte ich frühestens für den Spätsommer erwartet!

 

 

12.5.2010

 

Hey Jubiläum!
Schmusebär Luis ist jetzt genau ein halbes Jahr bei uns!
Gefeiert hat er schon - mit ner Kaustange und ner Tasse Kaffee ;-)
und natürlich mit ganz langem Gekuschel und Geschmuse!

 

 

 9.6.2010

Luis hat  das letzte Wochenende ohne uns auskommen müssen. Ne Freundin, die er schon kennt, hat Hundesitter gemacht. Hat ganz gut geklappt. Am zweiten Abend hat er sogar freiwillig mit ihr das Sofa geteilt ;-)
Die wollte den doch nach dem WE glatt mitnehmen.... den tollen Hund!

Vor allem, weil er sich auch mit ihrer Hündin versteht - die beisst sonst jeden weg ;-)
Aber nix da. Ohne Luis gings garnicht mehr. Unvorstellbar!

Scheint bei ihm aber andersherum ähnlich zu gehen. Er hat nichts dagegen, wenn andere Menschen mit ihren Hunden kommen. Findet er mittlerweile sogar interessant.

Aufs Sofa dürfen die allerdings auch nicht. Hunde ohne dazugehörige Menschen duldet er aber nicht im Haus.

Hier gibts so drei Streuner, die zwischendurch die Gegend unsicher machen. Er ist total freundlich zu denen, wenn die auf dem Grundstück laufen und auch draussen was zu fressen bekommen ABER nicht über die Schwelle. Dann fletscht unser Feigling die Zähne und knurrt drohend und tief wie ein Grizzly. Als wenn er sagen wollte

"Ich bin hier der aufgenommene Streuner und ich teile mein zuhause mit niemandem!"


Da versteht der echt keinen Spass. Als wenn er Angst hätte, dass er abgeschoben wird, wenn ein Neuer kommt.... kleiner Dussel ,-)

 

 

 

1.1.2011

 

Luis gehts spitze !!!
Ausser das er langsam zu moppelig ist (da haben wir noch nicht so den Dreh dran, Bernd hat da einfach ein zu weiches Herz...)
Wotan und Luis sind echt nen Dreamteam. Das Wotan mal so nen enges Verhältnis zu 'nem anderen Hund bekommt, hätte ich nie für möglich gehalten.
Luis war da ja eh völlig easy... aber das Wotan von sich aus zum anderen Hund geht und kuschelt... das gabs echt noch nie. Auch nach Jahren nicht.
Streit hatten die beiden ja nie... aber jetzt einer ohne den anderen... geht garnicht. Selbst beim Pipi machen gehen (ja, wir können Luis mittlerweile auch völlig ohne Leine rauslassen auch wenn wir keinen Zaun haben, er ist absolut verlässlich)... steht der eine an der Tür und wartet, wenn der andere mal etwas länger braucht.
Irgendwohin mitzufahren ist noch nicht so ganz Luis Welt. Zum Pferd darf er manchmal mit, freut ihn auch riesig (da sind kaum andere Menschen, nur zwei superfreundliche Bernersennen-Mixe) aber bedeutet für ihn halt immer noch ganz viel Aufregung... aber das wird sich auch noch bessern, denke ich.
Mein Traum ist ja, dass ich den irgendwann mal auf Ausritte mitnehmen kann.
Sonst wird der Eisbär (du glaubst garnicht, was der für ein Fell hat... Wahnsinn!) langsam immer noch wieder etwas selbstbewusster. Immer wieder gehen Sachen, die er sich vorher noch nicht so getraut hat. Selbst bei Fremden kommen immer wieder Schrittchen dazu, die er von sich aus macht. So begrüßt er schon unseren Pizza-Boten... freut sich nen Keks wenn der kommt. Anfassen ist zwar nicht, aber er geht von sich aus direkt mit an die Tür und schubst mich fast weg (der Mann hat doch immer die grüne Kiste mit.. und da riechts so lecker raus...da kann der nicht böse sein)
An Verfressenheit ist Luis nicht zu toppen. Alles essbare wird nicht aus den Augen gelassen. Und selbst aus dem Tiefschlaf ist der 100% wach, wen einer die Kühlschranktür öffnet ;-) Ja, ich weiss... top erzogen schimpft sich das sicher nicht. Aber der Bursche hat so ein scheiss Leben gehabt vorher... da darfs ihm jetzt auch ruhig mal zu gut gehen. Auch ohne perfekte Manieren ist er ein supertoller Hund geworden, den wir nie wieder hergeben würden.
Wer hätte vor nem Jahr gedacht, dass der sich so macht und so eine aufmerksame und fröhliche Schmusebacke wird?
 
Keinen Tag mehr ohne unseren Eisbär!


 

 

 

 

copyright by A.Brüggemann

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