Vielleicht bedeutet Liebe auch zu lernen,
jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heisst,
nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Wege stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die,
die wir lieben.
unbekannt
Ulli
Gäste von mir wollten sich das hiesige Tierheim anschauen und vielleicht , wenn vorhanden , einen Pekinesen adoptieren .Wir fuhren also früh morgens los und ich hatte mein Auto voll mit meiner Family um ja nicht wieder in Versuchung zu kommen einzupacken …..
Am Tierheim war das große Tor offen und Gina , meine Rottweilerhündin , sprang raus und lief schnurstracks auf den alten Zwinger zu, in dem sie so lange gesessen hatte.
Ihr Kollege , ein riesengroßer grau gestromter Bardino , sass immer noch da und beide begrüßten sich , wie sich halt alte Freunde begrüßen nach langer Zeit .
Die Mädels im Tierheim , liessen den Bardino frei und Gina und er rannten und tobten durch das Gelände das es nur so staubte.
Wir gingen unterdessen durchs Tierheim und schauten nach den kleinen Hunden .
Es war nichts da was nach Pekinese aussah und da nichts anderes in Frage kam , gingen wir wieder --- bis zum Parkplatz.
In meinem Auto sassen Gina und der Bardino , eng aneinandergekuschelt und sich ganz klein machend und ich rief nur , nein , nicht noch einen Hund . Los raus da und dann auch noch so ein Riese , nein nein nein !!!
Von allen Seiten bekam ich zu hören , Du kannst die Beiden doch jetzt nicht trennen , schau doch mal , wo einer ( ha ha ha , hatte schon drei weitere ) satt wird , wird auch noch ein anderer satt und was weiss ich was noch alles erzählt wurde .
Ich sagte wieder , nein , ich will nicht.
Das wird mir alles zu viel und es kostet auch Geld und und und --- und nix .
Der Junge war aus dem Auto nicht rauszukriegen.
Ich ergab mich in meinem Schicksal , machte die Klappe zu unter tosendem Applaus und Gelächter und fuhr mit überfüllten Auto nach Hause . Zuhause angekommen stiegen die Beiden aus als wenn sie noch nie getrennt gewesen wären , gingen in den Wald um die hiesigen Geschäftsbedingungen abzuklären , kamen nach oben und legten sich gemeinsam auf die Decke von Gina.
Die anderen vorhandenen nahmen Kenntnis von dem Neuen und damit wars auch schon gut.
Was sollte ich da noch zu sagen ? Meine Gäste waren begeistert und fanden natürlich das es die beste Entscheidung überhaupt war. Ich war recht verhalten , aber nun gut , er war nun hier und nu ist es entschieden .Die erste Woche merkte man kaum das ein Hund mehr im Hause war , aber dann entwickelte sich Ulli zu einer herrausragenden Persönlichkeit .
Er übernahm wie selbstverständlich die Kontrolle über = unser = Gelände. Das erstreckte sich seiner Meinung nach bis zum Container in der Kurve und natürlich , der in der Sackgasse liegendem Wald. Er ging vorm schlafen erst mal die Strasse ab und dann eine Runde durch den Wald und kam dann wieder und legte sich hin.
Er freundete sich mit den hiesigen Wildschweinen an , er kontrollierte die Baustellen rund um uns zu und lag ,zur besseren Übersicht, an den höchsten Punkten eines Rohbaus , grrrrr ich bekam fast jedes mal einen Herzkasper. Meine Gäste erzählten von einem sensiblen großen Hund der gut zuhören konnte und eine Ruhe verbreitet und eine Sicherheit austrahlte und der bei jedem noch so großen , kleinen Angsthasen so souverän klar machte das man vor allem anderen Angst haben konnte, nur nicht vor einem Hund .
Er therapierte alle mit links und bekam Fanpost von groß und klein.
Auch hatte er leise aber sehr bestimmt hier das ganze Rudel im Griff.
Er passte saugut auf und wer Ihm nicht passte , dem stellte er sich in den Weg, ohne das derjenige das irgendwie auf sich bezog , aber auch keine Anstalten machte auch nur einen Schritt weiter zu gehen .
Er merkte sofort wenn es einem schlecht ging und stubste einen wieder in die richtige Richtung .
Ulli verstarb viel zu früh und überraschend an Nierenversagen
innerhalb von 3 Tagen mit 7 Jahren .
Ausführlich nachzulesen in Tierantworten von Franziska Matti ,
an dieser Stelle noch mal Danke für Deine Begleitung und Deine Hilfe in den letzten Stunden